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Studie

Ins Internet eingestellte Bild- und Video-Aufnahmen entwickeln zu 88% ein Eigenleben

Laut einer Studie der britischen Stiftung Internet Watch Foundation (IWF) landeten 88 Prozent der in diesem Rahmen untersuchten 12.224 hochgeladenen Bild- und Video­dateien innerhalb kürzester Zeit auf pornografischen Seiten. Dabei handelt es sich überwiegend um von der IWF so bezeichnete „Parasite Websites“, die automatisiert das Netz speziell nach sexuellen Multimedia-Inhalten mit abgebildeten junger Menschen durchforsten und dann auf den entsprechenden Seiten weiter­verbreiten. Erschreckend war dabei sowohl die enorme Anzahl der hochgeladenen Inhalte aber auch die Menge an Diensten, die sich auf die Suche nach sexuellen Aufnahmen junger Menschen spezialisiert haben.

Anmerkung

Die IWF hat die hoch­geladenen Dateien über einen Zeitraum von nur vier Wochen beobachtet. Es liegt auf der Hand, dass die Verbreitung nach diesem Zeitraum weiter fortschreitet. Dieses Ergebnis ist nach unseren Erkenntnissen sicherlich auch übertragbar auf Aufnahmen von älteren Frauen. Sobald man ein Foto oder ein Video mit sexuellen Inhalten welcher Art auch immer irgendwo ins Netz stellt, egal ob das Facebook oder eine Fotoplattform wie flickr, photobucket ist, landen diese Aufnahmen mit höchster Wahrscheinlichkeit früher oder später auf Pornoportalen.

Was die Studie nicht beleuchtet

Über viele dieser Fotos kann ohne größeren Aufwand mittels einer Bildersuche etwa über Google die echte Identität ermittelt werden. Es sollte klar sein, dass es damit die Gefahr drastisch steigt, damit (vorwiegend männliche) Täter anzusprechen, die sich durch solches Bild­material angespornt sehen, mit den abgebildeten jungen Frauen in Kontakt zu kommen oder diese zu stalken.

Diese Studie verdeutlicht

Fotos und Videos mit sexuellen Inhalten sollten unter keinen Umständen ins Netz gestellt werden, wenn man keine professionelle Karriere als Pornodarstellerin oder Nacktmodell plant. Die eigene Familie, Arbeitskollegen, Arbeitgeber, Mitschüler und -studenten können über die Google-Bildersuche leicht an diese Bilder gelangen, auch wenn diese (noch) nicht mit dem echten Namen verknüpft sind. Es ist aber davon auszugehen, dass in naher Zukunft Fotos im Netz in immer größeren Umfang automatisiert mit dem realen Namen getaggt werden.

Quelle: Dr. Norbert Weinhold, WakeUpInternet e.V.